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Wolfgang Miethkes Arbeitsmethode

In seinem Buch „Zauber der Geometrie“ erklärt Wolfgang Miethke seine Arbeitsschritte, damit auch die Leser das Wissen zum selber Ausprobieren erlangen. Auszüge aus dem Buch, können Sie hier nachlesen.

 


Genutzte Arbeitsmaterialien

  • Zirkel, Stellzirkel und Stechzirkel

  • Schneidezirkel (mit ggf. Schleifstein)

  • Ziehfeder

  • Bleistift

  • Lineale, Geometriedreieck

  • Temperafarbe (wasserlöslich, trocknet matt (stumpf), hat eine hohe Deckkraft)

  • Pinsel in verschiedenen Größen (Marderhaarpinsel)

  • weißer Kartonbogen für die Entwurfsvorlage

  • Holzfreier schwarzer Zeichenkarton

  • Schneideunterlage aus Kunststoff

  • Büttenpapier

  • Flüssigkleber

  • Scharfes Skalpellmesser

 

1. Nur mit dem Zirkel gearbeitete Formen

Die präzise gezeichneten Linien und Kreise mit Zirkel, Stellzirkel und Stechzirkel sind Ausgangspunkt fast aller Werke.

   

  a. Entwurfsphase:

  • Die Größe des Bildes festlegen.

  • Die Farbkombination auswählen.

    

b. Konstruktionsphase:

  • Das Grundgerüst auf einem weißen Karton als Entwurfsvorlage aufbauen. (Abb. 1)

  • Mit einem Stellzirkel Einstichpunkte zu Papier bringen. (Abb. 2)

  • Die Konstruktionspunkte auf den schwarzen Originalkartonbogen übertragen. (Abb. 3)

  • Nach Bedarf die Temperafarbe zu den gewünschten Tonabstufungen mischen.

 

„Es ist äußerste Präzision notwendig, denn schon bei geringsten Unregelmäßigkeiten bei der Kennzeichnung um Millimeterbruchteile, zeigen sich bei der Vergrößerung die Fehler auf.“ (Abb. 4)

 

c. Entstehung des Originals:

  • Mit dem Pinsel ein wenig Farbe auf die Ziehfeder auftragen.

  • Die Zirkelspitze in die vorgeprägten Löcher setzen und je nach gewähltem Muster die Zirkelkreise auf das Bild zeichnen.

 

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2. Zirkel und Pinsel kombiniert

Zunächst muss das Original komplett mit dem Zirkel gefertigt werden, wie unter Punkt eins bereits beschrieben. Der Kreativität, welche Formen nun mit welchen Farben ausgefüllt werden, sind keine Grenzen gesetzt. Hier sehen Sie zwei Beispiele, die bei gleichen Konstruktionspunkten, d.h. bei gleichen Originalen, ganz verschiedene Erscheinungsbilder zeigen. (Abb. 1 und 2)

 

„Die Tempera-Farbe, besonders bei hellen Tönen, muss dick genug aufgetragen werden, d.h. sie muss Deckung haben, um auf dem schwarzen Hintergrund keine Flecken und Streifen zu hinterlassen.“ (Abb. 3)

 

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3. Zirkel- und Pinselarbeit mit dem handgeschliffenen Zirkel geschnitten

Die Arbeit mit dem handgeschliffenen Zirkel ist technisch gesehen die schwierigste und materialaufwändigste Arbeitsweise. Der Zirkel funktioniert als Schneidezirkel, um Kreise zu schneiden. (Abb. 1)

 

„Da es 1950 noch keine Schneidezirkel gab, kam mir die Idee, bei einem Stellzirkel eine Nadelspitze zu einem Minimesser mit einer Schneide von 1 mm Länge anzuschleifen. Ein guter Schleifstein ist erforderlich, weil man ständig bei der Arbeit nachschleifen muss.“ (Abb. 2)

 

Entweder Sie verwenden eingefärbtes Büttenpapier oder kolorieren ihr Papier selbst mit einem Flächenpinsel, wie es Wolfgang Miethke tat. (Abb. 3)

 

„Wenn ich nach etlichen Stunden fertig bin und mit dem Kleben Glück gehabt habe, fällt mir ein Stein vom Herzen - oder ich fange am nächsten Tag nochmal von vorne an.“

 

Die Kreise werden mit Klebe auf die Originalunterlage aufgeklebt.

 

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4. Collagen mit selbstgetönten und geschnittenen Papieren

Wenn Sie sich, wie unter Punkt drei bereits erwähnt, das Papier selbst einfärben, erlaubt es Ihnen von jeder gewünschten Farbe, jede benötigte Anzahl von Tonabstufungen herzustellen.

 

„Im Gegensatz zur Arbeit mit Zirkel und Pinsel entstehen hier ganz neue Formen, die sich aus der anderen Technik ergeben.“

 

Das Papier wird in geometrische Formen zugeschnitten und als Collage auf das Original geklebt.

 

„Beim Schneiden von Quadraten, Dreiecken und Rhomben müssen Schnittfehler von Millimeterbruchteilen vermieden werden. Das Bild „Skyline“ zeigt z.B. 31 senkrechte Quadratreihen. Geschnitten mit einer Abweichung von nur 0.2 mm würden auf die gesamte Breite 6,2 mm Differenz herauskommen.“ (Abb. 1 und 2)

 

 

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5. Geometrie und Kaleidoskop-Effekt

Ein „Kaleidoskop“ (griechisch: schön sehen) ist ein kleiner Guckkasten, in dem sich bunte, kleine Glassplitter zu phantastischen Gebilden zusammenfügen. Inspiriert vom Kaleidoskop-Effekt kopierte Wolfgang Miethke seine Originale jeder Art und fügte sie durch präzise 60° Schnitte zu neuen geometrischen Kunstwerken zusammen. (Abb. 2)

 

„Hier gibt es für mich als Graphik-Designer ein großes Feld von immer neuen Variationen. Wie beim Kaleidoskop mit seinen unendlichen Spielereien tun sich hier dem Designer Möglichkeiten auf, die schon an Computer-Graphik erinnern.“

 

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6. Optische Täuschungen und besondere Formen

„Optische Täuschungen (Tautomerie), unmögliche Figuren und vieldeutige Darstellungen existieren seit vielen Jahrhunderten. Zufällig entdeckten Künstler die falschen Perspektiven in Bildern. Seit über 100 Jahren werden diese Phänomene in der Kunstwelt erforscht und schließlich im Computerzeitalter auch maschinell erarbeitet.“

 

In der sechsten und letzten Kategorie Wolfgang Miethkes Bilder, begann er mit seinen eigenen Werken zu experimentieren, um immer wieder neue geometrische Formen zu entdecken. Die Originalbilder werden mehrfach kopiert und in einzelne Elemente zerschnitten. Auf einem schwarzen Untergrund kann nun mit den Formen experimentiert werden. Vor allem die Entdeckung optischer Täuschungen, begeisterten Wolfgang Miethke.

 

„Aus den sieben Würfeln werden nach der ersten Drehung Sterne und bei der zweiten Drehung sind statt sieben nur noch sechs Würfel zu erkennen.“ (Abb. 1)

 

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